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Ist Print eine
aussterbende
Spezies?

Die Wellen des Digitalen Zeitalters

Immer größer wird der Sog des Digitalen Zeitalters auf die heutige Werbeindustrie. Print-Medien, so sollte man meinen, müssten doch mit ihrem kleinen, nicht mehr zeitgemäßen Ruderboot in diesen gewaltigen Stromschnellen einfach versinken. Gegenwärtig erweckt es allerdings den Eindruck, als würden sie es schaffen, sich dennoch mitreißen zulassen ...

Die Medien-Landschaft heute

Seit der Entwicklung des Internets sind Medien wie Websites, Apps, Google, Facebook und Amazon aus der Werbelandschaft nicht mehr wegzudenken. Fast jedes Unternehmen hat mittlerweile die Vorteile erkannt, gezielt Produkte und Dienstleistungen mit den unendlichen Möglichkeiten, die die heutige Vernetzung der Welt bietet, an den Mann und die Frau zu bringen. Die Erfindung des Smartphones hat hier einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen. "Mobil sein" lautet die Devise: nach der freundlichen und kompetenten Beratung des Media-Markt-Mitarbeiters wird erst einmal gegoogelt, wo es den 55-Zoll-Smart-TV eventuell günstiger gibt. Auch eine gewisse Alexa scheint mittlerweile in vielen Haushalten ein neues Familienmitglied zu sein, das sich rührend darum kümmert, dass der Hundefutter-Vorrat im Haus nie ausgeht.

Wo wird dieser Trend hingehen?

Wird bald der gute alte Otto-Katalog Geschichte sein? Werden Briefkästen bald überflüssig, da Werbeprospekte, Flyer und Mailings nur noch zielgruppengerichtet über E-Mail, Social-Media-Kanäle und Apps ihren Weg zu den potentiellen Käufern finden? Werden in Fußgängerzonen bald Werbebotschaften nicht mehr über Plakate sondern über gigantische Flatscreens vermittelt?

Die florierende Zahl an Papierherstellern, Druckereien, Druckveredlern und nicht zuletzt unserer Print-Projekte spricht hier andere Bände. Aber warum ist das so?

Erklärungs­ansatz 1:
Print liegt uns in den Genen

Schon als der frühe Mensch von den Bäumen sprang, um auf festem Boden Fuß zu fassen, lag es in seinem Bedürfnis sich visuell seinen Mithöhlenmenschen mitzuteilen. Bunte Handabdrücke auf Höhlenwänden sagten "Manni was here" und die mit Pigmentfarben gemalte Bison-Herde zeigte dem Höhlenmann was die Höhlenfrau erwartete, abends über das Feuer hängen zu können. Mit der Entwicklung der Sprache wollte man auch das gesprochene Wort für die Nachwelt erhalten, zuerst mit Keilschrift auf weiche Tontafeln gedrückt, später in Schieferplatten geritzt. Papyrus und die Weiterentwicklung zum Papier als Schreibmaterial war dann der große Durchbruch und so gab es seit diesem Zeitpunkt für Druckerzeugnisse kein Halten mehr. Das war vor über 5.000 Jahren! Und wie alt ist das Internet? Hmmm, mal Alexa fragen …

Erklärungs­ansatz 2:
Print ist robust

"Mal sehen, ob wir nächstes Jahr unseren Katalog noch in gedruckter Form auf den Markt bringen, vielleicht stellen wir ihn auch nur ins Internet." Schon mancher Kunde überbrachte uns diese Botschaft, änderte aber im darauffolgenden Jahr seine Meinung. Denn die Vorteile gegenüber ihren Konsumenten waren nicht von der Hand zu weisen. Websites und Apps müssen aktiv aufgerufen werden, um ihnen die benötigten Informationen zu entlocken, Online-Mailings können ungelesen mit einem Tastendruck auf "Entf" ins Nirvana geschickt werden. Print-Produkte hingegen werfen sich nicht so leicht weg – man muss sie zumindest einmal in die Hand nehmen, um sie zum Papierkorb zu tragen. Meistens sind sie aber so interessant, informativ und hochwertig gestaltet, dass man sich entweder mit ihnen gleich befasst oder man sie aufbewahrt, um ab und zu was nachzuschlagen oder um sich später mit ihnen genauer zu beschäftigen. So überleben Printprodukte oft mehrere Jahre lang in einem geräumigen Büro-Regal mit schöner Aussicht.

Erklärungs­ansatz 3:
Print weckt Emotionen

Schon alleine die Haptik der unterschiedlichen Papiersorten regt unseren Tastsinn an. Die Möglichkeiten der Papierhersteller gehen mittlerweile über glattes (gestrichenes) und naturbelassenes (ungestrichenes) Papier weit hinaus. Es wird mit neuen Rohstoffen wie Gras experimentiert und Veredelungen geben dem Papier Oberflächenstrukturen wie Samt, Gummi, Sand oder Holz.

Aber auch das Visuelle kommt hierbei nicht zu kurz. Glänzende, metallische und sogar holografische Effekte schmeicheln dem Auge. Grafisch und textlich gut gestaltete Layouts in Magazinen, Broschüren und Katalogen "berühren" den Betrachter und lassen ihn in emotionale Welten abtauchen, die mit einem Online-Medium in dieser Form so nicht möglich wären.

Die Quintessenz

Printprodukte behaupten auch in der heutigen Zeit ihre Daseinsberechtigung und werden so schnell nicht aussterben. Ein gesunder Mix aus Print- und Online-Medien sowie ein geschickter crossmedialer Einsatz verknüpfen die Vorteile von gedruckten und digitalen Erzeugnissen.

Der Trend geht zu hochwertigen Druckerzeugnissen mit interessant gestalteten und aufbereiteten Inhalten, die sich von der Masse und vor allem von den Möglichkeiten ihrer Online-Kameraden abheben. Denn wer liest schon gerne ein 40-seitiges Magazin auf dem Bildschirm, wenn er es sich stattdessen damit gemütlich auf der Couch bequem machen könnte?

Ihr Paperboy

Marcus Schickert

Senior Art Director

+49 9131 81288-0

marcus.schickert​@ercas.de